EU-Verordnung 2016/2235 — BPA-Verbot in Thermopapier

EU-BPA-Verordnung 2016/2235 — Was Unternehmen wissen müssen

Seit dem 2. Januar 2020 gilt in der gesamten Europäischen Union ein faktisches Verbot von BPA (Bisphenol A) in Thermopapier. Grundlage ist die EU-Verordnung (EG) Nr. 2016/2235, die den REACH-Anhang XVII (Beschränkung gefährlicher Stoffe) um einen Eintrag für BPA in Thermorollen erweitert. Dieser Artikel erklärt, was das für Händler, Gastronomen, Apotheken und andere Gewerbetreibende bedeutet.

Was regelt die Verordnung 2016/2235?

Die Verordnung ändert die REACH-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006, indem sie einen neuen Anhang-XVII-Eintrag für Bisphenol A (BPA) in Thermopapier einführt. Im Kern:

  • Grenzwert: BPA darf in Thermopapier nur noch bis zu einem Maximalgehalt von 0,02 Gewichtsprozent enthalten sein — ein Grenzwert, der dem faktischen Herstellungsverbot entspricht
  • Anwendbar auf: Alle Thermopapierre, die in der EU in Verkehr gebracht werden
  • Gültig ab: 2. Januar 2020
  • Gilt für: Hersteller, Importeure und Händler von Thermopapier

Warum wurde BPA in Thermorollen verboten?

BPA (Bisphenol A) ist ein endokriner Disruptor — ein Stoff, der in den Hormonhaushalt des menschlichen Körpers eingreift. Es ist in der Lage, die Haut zu durchdringen, insbesondere wenn:

  • Die Hände feucht oder verschwitzt sind
  • Handcremes oder Desinfektionsmittel auf der Haut sind
  • Viele Kassenbons täglich angefasst werden (Berufsexposition)

Studien zeigten, dass Kassiererinnen und Kassierer, Apothekenperonal und andere Gruppen mit hohem Thermopapierkontakt signifikant erhöhte BPA-Spiegel im Urin aufwiesen. Die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte bereits 2015 eine Neubewertung von BPA eingeleitet, die zur Regulierung führte.

Was ändert sich für Unternehmen?

Für Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleister

Seit dem 2. Januar 2020 dürfen keine BPA-haltigen Thermorollen mehr gekauft oder eingesetzt werden. Unternehmen, die noch alte Lagerbestände vor 2020 besitzen, befinden sich in einer rechtlichen Grauzone. Die Empfehlung: Vollständige Umstellung auf BPA-freie Rollen.

Für Apotheken

Apotheken waren eine der Hauptrisikogruppen, da Mitarbeiter täglich viele Kassenbons anfassen. BPA-freie Apothekenrollen (80x74mm) sind heute Standard. Alle Rolls Discount Apothekenrollen sind vollständig REACH-konform.

Für Wiederverkäufer und Grosshändler

Händler, die Thermorollen weiterverkaufen, müssen sicherstellen, dass ihre gesamte Lagerhaltung und alle Neubestellungen BPA-frei sind. Bei Rolls Discount können Sie sicher sein: Alle Rollen sind mit BPA-Freiheit zertifiziert.

BPA-frei: Was kommt stattdessen?

Als Ersatzentwickler werden überwiegend verwendet:

  • Pergafast 201 (D8) — der häufigste BPA-Ersatz, gilt als sicher
  • BPS (Bisphenol S) — steht ebenfalls unter wissenschaftlicher Beobachtung; Rolls Discount verwendet kein BPS
  • Phenolfreie ÖKO-Entwickler — in unseren ÖKO-Thermorollen, vollständig ohne Bisphenolverbindungen

Wie erkennen Sie konforme Thermorollen?

Achten Sie beim Kauf auf:

  • Expliziten Hinweis "BPA-frei" auf der Verpackung
  • REACH-Konformitätserklärung des Herstellers
  • Seriösen Händler mit Konformitätsnachweisen

Alle Rolls Discount Produkte entsprechen der Verordnung 2016/2235 und sind BPA-frei. Bei Bedarf stellen wir Ihnen eine Konformitätserklärung aus — kontaktieren Sie uns unter +43-316-342-134.

Vollständige Gesetzestexte

  • Verordnung (EU) 2016/2235 der Kommission vom 12. Dezember 2016 (Amtsblatt der EU, L 337/3)
  • REACH-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006, Anhang XVII, Eintrag 66
  • EFSA-Gutachten zu BPA (2015, EFSA Journal 2015;13(1):3978)

Häufig gestellte Fragen zur EU-BPA-Verordnung

Gilt das Verbot auch für importierte Thermorollen?

Ja. Die Verordnung gilt für alle Thermorollen, die in der EU in Verkehr gebracht werden — unabhängig vom Herstellungsland. Importeure sind verantwortlich für die REACH-Konformität.

Was passiert bei Verstoss gegen die Verordnung?

Verstösse können zu Bussgeldern und Produktrückrufen führen. Die Überwachung erfolgt durch nationale Marktüberwachungsbehörden (in Österreich: BMAW/Arbeitsinspektorat).

Ist BPS sicherer als BPA?

BPS (Bisphenol S) war zunächst als sicherer BPA-Ersatz eingestuft worden, steht aber inzwischen ebenfalls unter wissenschaftlicher Beobachtung hinsichtlich endokriner Wirkungen. Rolls Discount bietet phenolfreie ÖKO-Rollen als Alternative an.

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